Offener Brief kritisiert politischen Umgang mit der Pflegeberufereform

Presseinformation - 14. Februar 2017: „Zukunftssicherung einer guten Pflege auch für Kinder sieht anders aus“

Kinder können ihre Rechte nicht allein wahrnehmen, sie müssen auf die besondere Fürsorge durch den Gesetzgeber vertrauen. Die Diskussion der letzten Monate über eine Reform der Pflegeberufeausbildung hat etwas Wesentliches aus dem Blick verloren: das Wohl der zu Pflegenden.


Kinder sind keine kleinen Erwachsenen und haben individuelle Bedürfnisse, die mit dem Kind wachsen und sich oft schnell verändern. Zudem handelt es sich bei einem kranken Kind nie um nur einen Patienten, sondern um einen sog. „Eltern-Kind-Patienten“. Auch die Eltern brauchen Unterstützung durch besonders geschultes Personal. Der mit der Pflegereform verbundene Verlust an Expertise kann nicht im Sinne unserer Kinder sein.


Diese Befürchtung wird von nahezu allen, die tagtäglich Kinder und Jugendliche medizinisch versorgen, geteilt. In einem Offenen Brief wenden sich jetzt 33 Verbände und Organisationen rund um die Kinder- und Jugendmedizin und aus der Eltern-Selbsthilfe an die Parteispitzen von CDU, CSU und SPD. Darin kritisieren sie den Umgang mit dem Pflegeberufereformgesetz und fordern eine sachliche und fachorientierte Prüfung der Reformansätze.


In dem Offenen Brief wird auch ein Lösungsvorschlag genannt, der für die Pflege kranker Kinder eine Ausbildung vorsieht, die 50 % der Zeit in Theorie und Praxis spezifisch für die Kinderkrankenpflege investiert. Dies entspräche einem Modell mit zwei Jahren gemeinsamer Ausbildung mitsamt Kinderkrankenpflege und einem Jahr Spezialisierung.


Wir als Elternverband unterstützen daher die Forderung, nach einer Reform der Pflegeberufe, die unabhängig von politischen Erwägungen auch die Bedürfnisse kranker Kinder und die Qualität der Kinderkrankenpflege im Blick hat. Denn wir brauchen weiterhin einfühlsame und hoch qualifizierte Pflegekräfte, die auf die Bedürfnisse unserer kranken Kinder eingehen können.


Wir als Aktionskomitee KIND IM KRANKENHAUS - AKIK-Bundesverband e.V. appellieren daher an die Einhaltung von Artikel 8 der EACH (European Association of Children in Hospital) Charta:

"Kinder haben das Recht auf Betreuung durch Personal, das durch Ausbildung und Einfühlungsvermögen befähigt ist, auf die körperlichen, seelischen und entwicklungsbedingten Bedürfnisse von Kindern und ihren Familien einzugehen."

Personal, das kranke Kinder behandelt und betreut, muss über eine auf Kinder spezialisierte Ausbildung sowie Einfühlungsvermögen, Geschick und Erfahrung verfügen. Nur auf der Basis dieser Qualifikation ist das Personal in der Lage, auf die besonderen Bedürfnisse von Kindern und ihren Eltern einzugehen.

Den Offenen Brief erhalten Sie angehängt als PDF bzw. können diesen über unsere
Homepage www.akik.de aufrufen und herunterladen.

Kontakt:
Aktionskomitee KIND IM KRANKENHAUS
AKIK-Bundesverband e.V.

Theobald-Christ-Strasse 10
60316 Frankfurt am Main

www.akik.de
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